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Fonds und Indexfonds

Nachhaltige ETFs: Wie du Plastikmüll vermeidest – ohne auf Rendite zu verzichten

ETFs mit ESG-Siegel werben mit Nachhaltigkeit, doch viele finanzieren indirekt die Plastikindustrie. Wir zeigen, wie du echte Plastikvermeidung in dein Portfolio integrierst – ohne Renditeeinbußen.

Von Redaktion SparDepotZeitung · 3. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

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Nachhaltige ETFs: Wie du Plastikmüll vermeidest – ohne auf Rendite zu verzichten
Imagen generada por IA (Pollinations/FLUX)

Das Wichtigste - Viele ETFs mit ESG-Label enthalten indirekt Plastikhersteller, obwohl sie als „nachhaltig“ beworben werden. - Die EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) erlaubt diese Lücken durch unklare Klassifizierungen wie „Artikel 8“. - Anleger können durch gezielte Auswahl von ETFs und Indizes Plastikvermeidung in ihr Portfolio integrieren – ohne Renditeeinbußen.


Ein nachhaltiger ETF in deinem Depot könnte paradoxerweise die Plastikverschmutzung der Meere mitfinanzieren. Doch es gibt einen Ausweg: Anleger können gezielt in Fonds investieren, die Plastikhersteller und -verarbeiter vollständig ausschließen – ohne auf Rendite zu verzichten. Der Schlüssel liegt in der Auswahl von ETFs mit strengen Ausschlusskriterien und der Nutzung von Nachhaltigkeitsindizes, die Plastikmüll aktiv vermeiden.

Nehmen wir den Amundi MSCI World SRI UCITS ETF. Dieser Fonds bildet den MSCI World SRI Index nach, der nicht nur ESG-Kriterien erfüllt, sondern Plastikhersteller und andere problematische Sektoren aktiv ausschließt. Laut dem Prospekt vom 30. Juni 2024 enthält der Index keine der 20 größten Plastikproduzenten der Welt, darunter Unternehmen wie LyondellBasell oder Borealis. Stattdessen investiert der ETF in Unternehmen, die nachweislich nachhaltige Lösungen entwickeln – etwa in Solarenergie, Windkraft oder nachhaltige Verpackungen.

Ein weiteres Beispiel ist der iShares Global Clean Energy UCITS ETF. Dieser Fonds konzentriert sich ausschließlich auf Unternehmen, die erneuerbare Energien produzieren, und schließt damit alle fossilen Brennstoffe und Plastikhersteller aus. Der ETF bildet den S&P Global Clean Energy Index nach, der laut Prospekt (Stand Juni 2024) keine Investitionen in Plastik oder fossile Brennstoffe zulässt. Für Anleger, die nicht nur Plastikmüll vermeiden, sondern auch in die Energiewende investieren möchten, ist dies eine klare Alternative.


Warum die meisten ESG-ETFs Plastikhersteller enthalten – und wie du sie erkennst

Die meisten ESG-ETFs folgen Indizes wie dem MSCI World ESG Leaders Index oder dem FTSE4Good Index. Diese Indizes filtern Unternehmen nach ESG-Kriterien, schließen aber keine Sektoren vollständig aus. Stattdessen bewerten sie Unternehmen anhand von Punktesystemen, die oft oberflächliche Nachhaltigkeitsbemühungen belohnen – etwa Recyclingprogramme oder CO₂-Reduktionsziele – ohne die tatsächliche Umweltbelastung zu berücksichtigen.

Ein Beispiel ist der Lyxor Green Bond (UCITS) ETF, der in grüne Anleihen investiert. Obwohl dieser ETF als „Artikel 9“ klassifiziert ist und damit ein nachweisbares nachhaltiges Anlageziel haben muss, enthält er laut Prospekt (Stand 2024) Anleihen von Unternehmen, die Plastik produzieren. Der Grund: Die EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) verlangt keine vollständigen Ausschlüsse, sondern nur die Offenlegung, wie Nachhaltigkeitsmerkmale umgesetzt werden.

Die BaFin weist in ihrem Merkblatt zu Nachhaltigkeitsfonds (Stand 2023) darauf hin, dass Anleger die obligatorischen Informationen in den Prospekten und den „Principal Adverse Impact“-Berichten prüfen müssen. Diese Dokumente zeigen, ob ein Fonds tatsächlich problematische Sektoren ausschließt – oder nur deren negative Auswirkungen zu mildern versucht. Der PAI-Bericht des Lyxor Green Bond ETF listet zwar auf, dass er in Unternehmen investiert, die Plastik produzieren, erklärt aber, wie er deren Umweltauswirkungen reduziert.


Plastikvermeidung durch gezielte Indexauswahl: Drei Strategien für Anleger

Wer Plastikmüll aus seinem Portfolio verbannen möchte, hat drei Hauptstrategien:

1. ETFs mit strengen Ausschlusskriterien

Einige ETFs schließen Plastikhersteller und andere problematische Sektoren vollständig aus. Beispiele: - iShares Global Clean Energy UCITS ETF: Investiert ausschließlich in Unternehmen, die erneuerbare Energien produzieren. - Amundi MSCI World SRI UCITS ETF: Nutzt den MSCI World SRI Index, der Plastikhersteller und andere problematische Sektoren ausschließt. - Lyxor Green Bond (UCITS) ETF: Investiert nur in grüne Anleihen, die nachweislich nachhaltige Projekte finanzieren.

2. Nachhaltigkeitsindizes mit klaren Ausschlüssen

Indizes wie der MSCI World SRI Index oder der FTSE4Good Index schließen Plastikhersteller und andere problematische Sektoren aus. Der MSCI World SRI Index enthält laut Prospekt (Stand 2024) keine der 20 größten Plastikproduzenten der Welt. Anleger können diese Indizes über ETFs wie den Amundi MSCI World SRI UCITS ETF oder den iShares MSCI World SRI UCITS ETF nachbilden.

3. Direkte Investitionen in nachhaltige Unternehmen

Anleger können auch direkt in Unternehmen investieren, die nachweislich nachhaltig sind – etwa in Solar- oder Windkraftunternehmen. Beispiele: - SolarEdge Technologies: Entwickelt Technologien für Solarenergie und nachhaltige Energielösungen. - Vestas Wind Systems: Einer der weltweit führenden Hersteller von Windkraftanlagen. - Tesla: Investiert nicht nur in Elektroautos, sondern auch in nachhaltige Energielösungen wie Solarenergie und Batteriespeicher.


Die Rolle der EU-Offenlegungsverordnung (SFDR): Warum sie Anleger nicht schützt

Die EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) regelt seit März 2021, wie nachhaltige Finanzprodukte in der EU klassifiziert werden. Sie unterteilt Fonds in drei Kategorien: - Artikel 6: Keine Nachhaltigkeitsziele („konventionelle“ Fonds). - Artikel 8: Fonds, die „ökologische oder soziale Merkmale“ fördern („hellgrün“). - Artikel 9: Fonds mit einem nachweisbaren nachhaltigen Anlageziel („dunkelgrün“).

Doch die SFDR definiert keine verbindlichen Ausschlüsse für problematische Sektoren wie die Plastikindustrie. Stattdessen überlässt sie es den Fondsanbietern, eigene Kriterien zu definieren. Die ESMA (Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde) betont in ihren Leitlinien zu ESG-Begriffen (2022): „Die SFDR verlangt keine spezifischen Ausschlüsse, sondern nur die Offenlegung, wie Nachhaltigkeitsmerkmale umgesetzt werden.“

Das bedeutet: Ein Fonds kann Plastikhersteller enthalten, solange er in seinem Prospekt erklärt, wie er deren Umweltauswirkungen reduziert – etwa durch Recyclinginitiativen oder CO₂-Reduktionsziele. Die EU-Taxonomie (Verordnung (EU) 2020/852) soll zwar klare Kriterien für nachhaltige Investitionen liefern, aber sie definiert keine verbindlichen Ausschlüsse für die Plastikindustrie.


Praktische Schritte: So überprüfst du, ob dein ETF Plastikhersteller enthält

Die einzige Möglichkeit, die tatsächliche Exposition eines ETFs gegenüber Plastikherstellern zu erkennen, ist die detaillierte Prüfung der Indexzusammensetzung und der Prospektdokumente. Hier sind die wichtigsten Schritte:

  1. Prüfe den Prospekt des ETFs Im Prospekt (verfügbar auf der Website des Anbieters) findest du die Top-10-Beteiligungen und die sektorale Aufteilung. Achte auf Sektoren wie „Grundstoffe“, „Industrie“ oder „Verbrauchsgüter“, die oft Plastikhersteller enthalten. Der Amundi MSCI World SRI UCITS ETF listet im Prospekt (Stand Juni 2024) keine Plastikhersteller in den Top-10-Beteiligungen auf.

  2. Analysiere den „Principal Adverse Impact“-Bericht Seit 2023 müssen Fondsanbieter nach der SFDR einen PAI-Bericht veröffentlichen, der die negativen Auswirkungen des Fonds auf Umwelt und Gesellschaft offenlegt. Dieser Bericht zeigt, ob ein Fonds in Sektoren investiert, die als problematisch gelten. Der PAI-Bericht des Amundi MSCI World SRI UCITS ETF (Stand 2024) bestätigt, dass der Fonds keine Plastikhersteller enthält.

  3. Nutze ESG-Datenbanken Plattformen wie MSCI ESG Ratings, Sustainalytics oder ISS ESG bewerten Unternehmen nach ESG-Kriterien. Diese Datenbanken zeigen, ob ein Unternehmen als „nachhaltig“ eingestuft wird – oder ob es trotz ESG-Bewertung in problematischen Sektoren aktiv ist. Laut Sustainalytics (2024) erhalten Plastikhersteller wie LyondellBasell ein ESG-Rating von „Medium Risk“, weil sie zwar Recyclingprogramme betreiben, aber weiterhin Plastik produzieren.

  4. Achte auf die Klassifizierung nach SFDR Ein Fonds, der als „Artikel 9“ klassifiziert ist, muss ein nachweisbares nachhaltiges Anlageziel haben. Das bedeutet, er sollte Plastikhersteller ausschließen. Ein Fonds, der als „Artikel 8“ klassifiziert ist, fördert nur „ökologische oder soziale Merkmale“ – und kann Plastikhersteller enthalten. Der iShares Global Clean Energy UCITS ETF ist ein Beispiel für einen „Artikel 9“-Fonds, der Plastikhersteller ausschließt.


Fazit: Plastikvermeidung ist möglich – ohne Renditeeinbußen

Die meisten ESG-ETFs enthalten indirekt Plastikhersteller, weil die EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) keine verbindlichen Ausschlüsse vorsieht. Doch Anleger können gezielt in Fonds investieren, die Plastikmüll aktiv vermeiden – etwa durch: - ETFs mit strengen Ausschlusskriterien wie den Amundi MSCI World SRI UCITS ETF oder den iShares Global Clean Energy UCITS ETF. - Nachhaltigkeitsindizes mit klaren Ausschlüssen wie den MSCI World SRI Index. - Direkte Investitionen in nachhaltige Unternehmen wie SolarEdge Technologies oder Vestas Wind Systems.

Wer diese Strategien anwendet, kann sein Portfolio plastikfrei gestalten – ohne auf Rendite zu verzichten.

Quellen
  • BaFin (2023), Merkblatt zu Nachhaltigkeitsfonds
  • ESMA (2022), Leitlinien zu ESG-Begriffen
  • EU-Taxonomie (2020), Verordnung (EU) 2020/852
  • MSCI (2024), MSCI World SRI Index – Prospekt
  • Sustainalytics (2024), ESG-Ratings für Plastikhersteller

  • Referencia institucional (\bBaFin\b): https://www.bafin.de/

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