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Fraunhofer-Studie: Wie Batteriespeicher die EEG-Umlage entlasten und den Solarwert steigern

Eine aktuelle Simulation des Fraunhofer ISE belegt, dass der gezielte Ausbau von Batteriespeichern in Deutschland den Finanzierungsbedarf der EEG-Förderung um jährlich bis zu 1,2 Milliarden Euro senken kann. Durch die Pufferung überschüssigen Stroms sinken die Stunden mit negativen Preisen drastisch, während der Marktwert der Photovoltaik spürbar steigt.

Von Redaktion SolarPraxisZeitung · 30. September 2026 · 4 Min. Lesezeit

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Fraunhofer-Studie: Wie Batteriespeicher die EEG-Umlage entlasten und den Solarwert steigern
Mit KI erstelltes Bild (Pollinations/FLUX)

Das Wichtigste - Die Transformation des deutschen Energiemarktes steht vor einer massiven Entlastungsperspektive. - ### Hecho - Das Handelsblatt berichtete am 28.

Die Transformation des deutschen Energiemarktes steht vor einer massiven Entlastungsperspektive. Laut einer jüngsten Simulation des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) könnten zusätzliche 20 Gigawatt an Batteriespeicherleistung im System die Zahl der Stunden mit negativen Strompreisen im Vergleich zum Basisjahr 2025 mehr als halbieren. Diese Verlagerung von Strommengen bewirkt, dass der Marktwert der Solarenergie um gut ein Drittel zunimmt. In der direkten Konsequenz würde der rechnerische Bedarf an EEG-Fördergeldern aus dem Bundeshaushalt um bis zu 1,2 Milliarden Euro pro Jahr zurückgehen. Das von den Freiburger Forschern entwickelte Simulationstool, welches diesen Berechnungen zugrunde liegt, ist öffentlich und frei zugänglich, was die Transparenz der energiewirtschaftlichen Modellierung untermauert.

Das Handelsblatt berichtete am 28. September 2026 unter Berufung auf die ISE-Berechnungen, dass der Ausbau von Groß- und Gewerbespeichern in Deutschland ein entscheidendes Hebelinstrument zur Marktintegration erneuerbarer Energien darstellt. Konkret zeigt die Simulation, dass eine zusätzliche Speicherkapazität von 20 Gigawatt die negativen Preissphären an der Strombörse signifikant eindämmt. Wenn Wind- und Solaranlagen bei starkem Angebot viel Strom produzieren, der bisher wegen fehlender Nachfrage oder Netzkapazitäten zu negativen Preisen abgerechnet werden musste, greifen künftig die Batteriepfeiler. Sie nehmen die Energie auf, wenn sie im Überfluss vorhanden ist, und speisen sie in Phasen hoher Nachfrage wieder ein. Dies stabilisiert die Börsenstrompreise für Photovoltaikanlagen und hebt deren durchschnittlichen Marktwert um etwa 33 Prozent an. Da die Marktprämie des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Differenz zwischen dem anzulegenden Wert und dem sinkenden Börsenmarktwert ausgleicht, führt ein höherer Marktwert automatisch zu deutlich geringeren Ausgaben für den staatlichen Bundeshaushalt. Die Einsparung beziffert sich auf bis zu 1,2 Milliarden Euro jährlich.

Der deutsche Strommarkt leidet seit Jahren unter dem Phänomen temporärer Überkapazitäten, die zu negativen Börsenpreisen führen. Wenn an sonnigen und windreichen Tagen mehr Strom erzeugt als verbraucht wird, müssen Anlagenbetreiber wirtschaftliche Einbußen hinnehmen oder die Einspeisung drosseln, während gleichzeitig der Staat über das EEG für die entgangenen Erlöse einspringen muss. Bisher konzentrierte sich die politische und regulatorische Debatte stark auf den Netzausbau und die Flexibilisierung von Verbrauchern. Das Fraunhofer ISE rückt nun die systemdienliche Speichertechnologie in den Mittelpunkt. Das frei zugängliche Simulationstool ermöglicht es Marktteilnehmern, Netzbetreibern und politischen Entscheidungsträgern, verschiedene Ausbauszenarien für Speicher durchzuspielen und die ökonomischen sowie netztechnischen Effekte exakt zu quantifizieren. Die nun vorgelegten Zahlen untermauern, dass der beschleunigte Zubau von Batteriespeichern keine rein klimapolitische Kür, sondern ein fiskalisches Notwendigkeitsinstrument zur Begrenzung der Staatsausgaben im Energiesektor ist.

Aus Sicht der SolarPraxisZeitung eröffnen diese Erkenntnisse weitreichende Konsequenzen für sämtliche Akteure der Energiewirtschaft in Deutschland. Kurz- bis mittelfristig ergeben sich daraus konkrete Handlungsanweisungen und veränderte Rahmenbedingungen für Haushalte, Unternehmen, Investoren und die Regierung.

Für Investoren und Projektentwickler im Bereich der Solarenergie bedeutet der prognostizierte Anstieg des Solar-Marktwerts um ein Drittel eine deutliche Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von PV-Großanlagen. Die Kombination aus Photovoltaik und integrierten Batteriespeichern wird zu einem hochprofitablen Geschäftsmodell, da der Strom nicht mehr zu unvorteilhaften Zeiten verschleudert oder abgeregelt werden muss. Dies reduziert das Marktrisiko privater Investments erheblich.

Für Unternehmen, insbesondere energieintensive Betriebe und Gewerbetreibende, sinkt das Risiko unkalkulierbarer Preisspitzen und negativer Strompreiskorridore, die das Lastmanagement verzerren. Gewerbliche Speicherlösungen in Verbindung mit eigener Solarstromerzeugung werden für Firmen zu einem essenziellen Baustein, um ihre Betriebskosten dauerhaft zu senken und die Netzentgelte zu optimieren.

Für Haushalte mit Photovoltaik-Dachanlagen und Heimspeichern verbessern sich die Anreize zur Sektorenkopplung. Wenn netzdienliches Speichern stärker honoriert und durch stabilere Marktstrukturen flankiert wird, amortisieren sich private Investitionen in Hausspeicher schneller. Zudem sinkt indirekt der Druck auf die privaten Strompreise, da der Steuerzahler über den Bundeshaushalt weniger stark für die EEG-Differenzkosten aufkommen muss.

Für die Bundesregierung und den Gesetzgeber liefert die Studie das dringend benötigte Argumentarium, um regulatorische Hürden für den Batteriespeicherzubau umgehend abzubauen. Die Doppelbelastung aus Netzentgelten für Speicherstrom muss politisch zügig beseitigt werden, um die in der Simulation genannten 20 Gigawatt zusätzlichen Speicherbedarf zeitnah zu realisieren. Nur so lässt sich die vom Fraunhofer ISE aufgezeigte Entlastung des Staatshaushalts um 1,2 Milliarden Euro pro Jahr tatsächlich realisieren.

Zusätzlich verdeutlichen die wissenschaftlichen Modellierungen des Freiburger Instituts, dass der Zubau von Großspeichern nicht nur isoliert betrachtet werden darf, sondern als integraler Bestandteil der europäischen Netzarchitektur fungieren muss. Die Flexibilisierung von Lasten und Erzeugern greift Zahn in Zahn, um die volatile Einspeisung von Wind- und Solarenergie abzufangen. Insbesondere die Vermeidung von Abregelungen und die Reduzierung von Redispatch-Kosten entlasten die Netzentgelte nachhaltig. Marktteilnehmer, die rechtzeitig in digitale Energiemanagementsysteme investieren, können diese Dynamik gewinnbringend nutzen. Für die regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland bedeutet dies, dass Netzentgelte für den Strombezug von Speichern komplett entfallen sollten, um Fehlanreize zu beseitigen. Nur durch eine konsequente politische Flankierung der Fraunhofer-Empfehlungen lässt sich die Energiewende wirtschaftlich optimieren und gleichzeitig die fiskalische Belastung des Bundeshaushalts spürbar reduzieren.

Quellen
  • pv magazine — Fraunhofer ISE: Batteriespeicher könnten EEG-Förderbedarf stark senken (2026-09-28)

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